Architektur

Essens hoher Anspruch an Architektur und Stadtentwicklung begann schon lange vor der Industrialisierung: Vor über 1200 Jahren gründete Bischof Luidger in Werden Kloster und Abteikirche. Es folgten Schlösser wie Borbeck, Hugenpoet und Landsberg, bis die Qualität der Schlossarchitektur ihre Fortsetzung in der Industriearchitektur erfuhr. Bestes Beispiel und Zeitzeichen ist das heutige Welterbe Zollverein. Das Stadtbild Essens zeugt ebenfalls von hoher Architekturqualität: Margarethenhöhe, Alte Synagoge, Deutschlandhaus, Haus der Technik, Aalto-Theater. Auch im Kirchenbau hat Essen mit der Auferstehungskirche und der Alt-Lutherischen Kirche, im Jahr der Kulturhauptstadt 2010 zur Bartning-Kirche des Jahres erklärt, Architektur-Maßstäbe gesetzt.

Dieses geschichtliche Erbe ist Verpflichtung für die heutigen Stadtplaner und Architekten. Weltarchitektur wird dem 2006 erbauten und vom japanischen Architekturbüro Sanaa entworfenen Kubus auf Zollverein bescheinigt. Auch Schlösser werden immer noch gebaut, nur dienen sie nun der Verwaltung der großen international aufgestellten Konzerne. Aktuelle Beispiele sind das neue ThyssenKrupp Quartier im historischen Areal der Krupp-Gründer und der Neubau der Hauptverwaltung von E.ON Ruhrgas auf dem Areal des Gruga-Carrees. Bis zum Jahre 2010 werden über 20 große Bauprojekte mit architektonischer Bedeutung umgesetzt. Mit einem Bauvolumen von über 1,8 Mrd. € wird Essen auch als größte Baustelle der Republik bezeichnet.

Für die über 300 ansässigen Architekten in Essen bedeutet dieser Rahmen eine Herausforderung, aber auch die Chance, die Ruhrmetropole weiter zu formen – inspiriert durch das kreative und wirtschaftliche Potenzial der Stadt. Ihr Hauptaugenmerk liegt neben der Reparatur von Stadtquartieren und ihrer ästhetischen Aufwertung, auf einem Zusammenwachsen der immer noch heterogenen Struktur einer vom Wandel bestimmten Stadt.

Weitere Informationen: www.zollverein.de, www.thyssenkrupp.com/quartier